Ransburg, Irene (1898-1944)

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Irene Ransburg (20. November 1898 - 23. Oktober 1944) war ein steyrische Dichterin, die im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau ermordet wurde.

Leben

Sie wurde in Graz als Kind jüdischer Eltern geboren. Als ihre Eltern Ludwig und Dora Ransburg starben, wurde Irene von der Familie Brix in St. Ruprecht a. d. Raab adoptiert. Die Adoptiveltern betrieben ein Feinkostgeschäft. Irene wurde getauft und im katholischen Glauben erzogen. Sie absolvierte die Handelsschule in Graz. Mit 16 Jahren verlor sie ihr Augenlicht. Bald danach wurde sie taub. Ihren Wohnsitz wechselte sie in die Odilien-Blindenanstalt in Graz (St. Leonhard).

Der Leiter der Odilien-Anstalt, Abt Ernst Kortschak (Stift Rein), hat Irene Ransburg während des Dritten Reiches nicht als Person jüdischer Abstammung gemeldet, aber im Jahr 1944 hat eine andere Bewohnerin des Hauses die Konvertitin als "jüdisch" angezeigt. Am 21. September 1944 wurde sie verhaftet und ins KZ Theresienstadt eingeliefert. Am 23. Oktober 1944 wurde sie in Auschwitz-Birkenau ermordet.[1]

Stolpersteine

Der in Graz installierte Stolperstein ist der erste in ganz Europa, auf dem die Eckdaten der Biografie in Brailleschrift verfasst wurden.[2]

Lyrik (Auswahl)

Ich liege, schmerzgebeugt im Staube / Ich such´ nach etwas, das mich labt! / Dem Hasse wurde ich zum Raube, / Und ach, verloren ging der Glaube / An Menschen, die ich lieb gehabt!

Das eitle Suchen soll jetzt schwinden, / Weil dauernd solches Glück nie ist. / Ich will mich aus dem Staube winden, / Will dich, mein Gott allein nur finden, / Denn einzig du die Wahrheit bist!

Irene Ransburg, 1925

Literatur

  • Marco Jandl/Birgit Roth (Hg.), Und wär’ die ganze Welt in Flammen … Irene Ransburg und Gisela Kaufmann – Zwei blinde Frauen zwischen Selbstbestimmung, Lyrik und NS-Verfolgung. Graz: Graz University Library Publishing 2024.

Einzelnachweise

  1. Bericht von Colette M. Schmidt im Standard, 16. August 2016.
  2. Eintrag zu Grazer Stolpersteinen.