Gartner, Corbinian Johannes Nep. Anton Dominicus (1751-1824): Unterschied zwischen den Versionen

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P. Corbinian Gartner (auch Gärtner), Dr. theol et juris utriusque, letzte Rektor der alten Salzburger Universität, geboren zu Schwaz in Tirol am 14. Juni 1751. Seine Eltern waren Anton Dominicus Gartner, gräflich Tannenbergischer Sekretär und Verwalter des Tannenbergischen Schlosses Tratzberg bei Jenbach und Maria Anna Steur. Seine Gymnasial-Studien machte er nei den Jesuiten teils in Hall, teils in Innsbruck. Die Philosophie hörte er in Salzburg. Eingekleidet am 20. Oktober 1769, Profess am 21. Oktober 1770, Priester am 28. Mai 1774, Primiz am 12. Juni 1774. Ämter: Repetitor der Theologie im Kloster und zugleich Hörer juridischer Kollegien an der Universität vom Oktober 1776 bis 1780, Beichtvater der Ursulinen in Salzburg 3. Dezember 1781 bis Oktober 1786. Auf Befehl des Erzbischofes Hieronymus schickte [[Hagenauer, Dominicus Cajetan Rupert (1746-1811)|Abt Dominicus Habgenauer]] P. Corbinian in Begleitung von [[Hofer, Johannes Ev. Andreas Sylvester (1757-1817)|P. Johannes Evangelist Hofer]]zum Zweck wissenschaftlicher Ausbildung für längere Zeit nach Göttingen und Paris, vom Oktober 1786 bis August 1789. Die beiden weilten gerade zum Ausbruch der französischen Revolution in Paris und verließen die Stadt am 10. August ehe sie am 27. August wieder wohlbehalten in Salzburg ankamen. Am 3. November 1789 wurde P. Corbinian in Salzburg zum Dr. juris promoviert und zugleich als Professor des Kirchenrechts, des deutschen Privatrechts und der Diplomatik an der Salzburger Universität angestellt. Seit Februar 1804 trug er auch Feudalrecht vor. Im Jahre 1805 wurde P. Corbinian churfürstlicher geistlicher Rat mit Sitz und Stimmer. Am 6. November 1806 wurde er zum Rektor erwählt und von Kaiser Franz I. als solcher bestätigt. Nachdem Salzburg am 30. September 1810 zur Krone Bayerns gekommen und im Dezember die Universität aufgehoben worden war, legte P. Corbinian sein Rektorat nieder, blieb aber Professor des Kirchenrechts am Lyzeum bis 1812. Im Jahr 1812 kehrte er ins Kloster zurück. Abt Albert Nagnzaun ernannte ihn zum Bibliothekar, was er bis zum Ende seines Lebens blieb. Am 9. November 1820 beging er seine Jubelprofess, und schon war auch auf den 12. Juni 1824 sein Goldenes Priesterjubiläum geplant, als sich anfangs Mai 1824 bei ihm Anzeichen der Gelbsucht zeigten, zu deren Heilung er die Bäder in Ischl gebrauchte. Es war aber vergebens, denn er starb dort am 24. Mai 1824 und wurde auch in Ischl begraben. <ref>{{Quelle  
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P. Corbinian Gartner (auch Gärtner), Dr. theol et juris utriusque, letzte Rektor der alten Salzburger Universität, geboren zu Schwaz in Tirol am 14. Juni 1751. Seine Eltern waren Anton Dominicus Gartner, gräflich Tannenbergischer Sekretär und Verwalter des Tannenbergischen Schlosses Tratzberg bei Jenbach und Maria Anna Steur. Seine Gymnasial-Studien machte er nei den Jesuiten teils in Hall, teils in Innsbruck. Die Philosophie hörte er in Salzburg. Eingekleidet am 20. Oktober 1769, Profess am 21. Oktober 1770, Priester am 28. Mai 1774, Primiz am 12. Juni 1774. Ämter: Repetitor der Theologie im Kloster und zugleich Hörer juridischer Kollegien an der Universität vom Oktober 1776 bis 1780, Beichtvater der Ursulinen in Salzburg 3. Dezember 1781 bis Oktober 1786. Auf Befehl des Erzbischofes Hieronymus schickte [[Hagenauer, Dominicus Cajetan Rupert (1746-1811)|Abt Dominicus Habgenauer]] P. Corbinian in Begleitung von [[Hofer, Johannes Ev. Andreas Sylvester (1757-1817)|P. Johannes Evangelist Hofer]] zum Zweck wissenschaftlicher Ausbildung für längere Zeit nach Göttingen und Paris, vom Oktober 1786 bis August 1789. Die beiden weilten gerade zum Ausbruch der französischen Revolution in Paris und verließen die Stadt am 10. August ehe sie am 27. August wieder wohlbehalten in Salzburg ankamen. Am 3. November 1789 wurde P. Corbinian in Salzburg zum Dr. juris promoviert und zugleich als Professor des Kirchenrechts, des deutschen Privatrechts und der Diplomatik an der Salzburger Universität angestellt. Seit Februar 1804 trug er auch Feudalrecht vor. Im Jahre 1805 wurde P. Corbinian churfürstlicher geistlicher Rat mit Sitz und Stimmer. Am 6. November 1806 wurde er zum Rektor erwählt und von Kaiser Franz I. als solcher bestätigt. Nachdem Salzburg am 30. September 1810 zur Krone Bayerns gekommen und im Dezember die Universität aufgehoben worden war, legte P. Corbinian sein Rektorat nieder, blieb aber Professor des Kirchenrechts am Lyzeum bis 1812. Im Jahr 1812 kehrte er ins Kloster zurück. Abt Albert Nagnzaun ernannte ihn zum Bibliothekar, was er bis zum Ende seines Lebens blieb. Am 9. November 1820 beging er seine Jubelprofess, und schon war auch auf den 12. Juni 1824 sein Goldenes Priesterjubiläum geplant, als sich anfangs Mai 1824 bei ihm Anzeichen der Gelbsucht zeigten, zu deren Heilung er die Bäder in Ischl gebrauchte. Es war aber vergebens, denn er starb dort am 24. Mai 1824 und wurde auch in Ischl begraben. <ref>{{Quelle  
 
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Version vom 27. März 2020, 12:52 Uhr

Gartner, Corbinian Johannes Nep. Anton Dominicus (1751-1824)
Ordensname Corbinian
Taufname Johannes Nep. Anton Dominicus
Geboren 14.06.1751 (Medium: MF 0701-01 Schwaz - TB 1 (Teil 2) 1744- 1751 0060.jpg)
Verstorben 24.05.1824 (Bad Ischl, D. Linz StB VI 26)
Vater Anton Dominicus Gartner, Sekretär und Verwalter des Schlosses Tratzberg bei Jenbach
Mutter Maria Anna Steur
Orden OSB (Sankt Peter in Salzburg)
Profess 21.10.1770
Priesterweihe 28.05.1774
Primizdatum 12.06.1774

P. Corbinian Gartner (auch Gärtner), Dr. theol et juris utriusque, letzte Rektor der alten Salzburger Universität, geboren zu Schwaz in Tirol am 14. Juni 1751. Seine Eltern waren Anton Dominicus Gartner, gräflich Tannenbergischer Sekretär und Verwalter des Tannenbergischen Schlosses Tratzberg bei Jenbach und Maria Anna Steur. Seine Gymnasial-Studien machte er nei den Jesuiten teils in Hall, teils in Innsbruck. Die Philosophie hörte er in Salzburg. Eingekleidet am 20. Oktober 1769, Profess am 21. Oktober 1770, Priester am 28. Mai 1774, Primiz am 12. Juni 1774. Ämter: Repetitor der Theologie im Kloster und zugleich Hörer juridischer Kollegien an der Universität vom Oktober 1776 bis 1780, Beichtvater der Ursulinen in Salzburg 3. Dezember 1781 bis Oktober 1786. Auf Befehl des Erzbischofes Hieronymus schickte Abt Dominicus Habgenauer P. Corbinian in Begleitung von P. Johannes Evangelist Hofer zum Zweck wissenschaftlicher Ausbildung für längere Zeit nach Göttingen und Paris, vom Oktober 1786 bis August 1789. Die beiden weilten gerade zum Ausbruch der französischen Revolution in Paris und verließen die Stadt am 10. August ehe sie am 27. August wieder wohlbehalten in Salzburg ankamen. Am 3. November 1789 wurde P. Corbinian in Salzburg zum Dr. juris promoviert und zugleich als Professor des Kirchenrechts, des deutschen Privatrechts und der Diplomatik an der Salzburger Universität angestellt. Seit Februar 1804 trug er auch Feudalrecht vor. Im Jahre 1805 wurde P. Corbinian churfürstlicher geistlicher Rat mit Sitz und Stimmer. Am 6. November 1806 wurde er zum Rektor erwählt und von Kaiser Franz I. als solcher bestätigt. Nachdem Salzburg am 30. September 1810 zur Krone Bayerns gekommen und im Dezember die Universität aufgehoben worden war, legte P. Corbinian sein Rektorat nieder, blieb aber Professor des Kirchenrechts am Lyzeum bis 1812. Im Jahr 1812 kehrte er ins Kloster zurück. Abt Albert Nagnzaun ernannte ihn zum Bibliothekar, was er bis zum Ende seines Lebens blieb. Am 9. November 1820 beging er seine Jubelprofess, und schon war auch auf den 12. Juni 1824 sein Goldenes Priesterjubiläum geplant, als sich anfangs Mai 1824 bei ihm Anzeichen der Gelbsucht zeigten, zu deren Heilung er die Bäder in Ischl gebrauchte. Es war aber vergebens, denn er starb dort am 24. Mai 1824 und wurde auch in Ischl begraben. [1]


Einzelnachweise

  1. Lindner, Pirmin: Professbuch der Benediktiner-Abtei St. Peter in Salzburg (1419-1856), in: Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, 1906, S. 1-328 , S. 183f.