Braumiller, Wolfgang (1600–1683)

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Braumiller, Wolfgang (1600–1683)
Geboren 23.4.1600 (Augsburg)
Verstorben 2.3.1683 (UAS, bA 88/236, Salzburg-Dompfarre StB 2/233 3.3.1683 Begräbnisdatum)

Wolfgang Braumiller (auch: Braumüller, Braunmüller) war Pedell der Benediktineruniversität und kann als erster namentlich bekannter Salzburger „Jedermann“ gelten.

Biografie

Braumiller kam zum Philosophiestudium nach Salzburg und machte bald durch seine Schauspielkunst im Universitätstheater auf sich aufmerksam. Nachdem er sein Studium mit dem schwächsten Ergebnis seines Jahrgangs als Baccalaureus abgeschlossen hatte (1627), wurde er zunächst Kammerkanzlist und später Universitätspedell (1632).[1]

Fortan glänzte er für ein halbes Jahrhundert auf der Bühne des Universitätstheaters in zahlreichen Rollen und trat reich belohnt vor den höchsten Fürsten Europas auf.[2]

1632 übernahm er im Theaterstück „Anastasius fortunae pila, terrae piaculum, orci monstrum“ von P. Thomas Weiss OSB, das den Jedermann-Stoff zum Inhalt hatte, die Titelpartie und ging somit als ein erster Salzburger Jedermann in die Geschichte ein.[3]

Braumiller heiratete nacheinander zwei ältere Witwen, die er nach deren Tod beerbte. Mit seiner dritten, deutlich jüngeren Ehefrau, die ihm sieben Kinder schenkte, bewohnte er ein Haus in der Getreidegasse. Nach seinem Tod wurde er im Sacellum der Universität bestattet.[4]

Ehefrauen und Nachkommen

  1. ∞ 1.7.1629 Salzburg-Dompfarre TrB 2/259 Maria Kirchberger, Witwe, * um 1577, † 14.8.1637 Salzburg-Dompfarre StB 1/96
  2. ∞ 26.1.1638 Salzburg-Dompfarre TrB 2/466 Maria Magdalena Wuester, Witwe, * um 1578, † 6.1.1656 Salzburg-Dompfarre StB 1/336
  3. ∞ 16.5.1656 Salzburg-Dompfarre TrB 3/167r Thecla Stadler aus Reichenhall
    1. (3) Joachim Benedikt, * 8.6.1657 Salzburg-Dompfarre TfB 4/575r
    2. (3) Anna Scholastica, * 1.3.1659 Salzburg-Dompfarre TfB 5/54, † 12.4.1660 Salzburg-Dompfarre StB 1/387
    3. (3) Maria Anna, * 7.12.1661Salzburg-Dompfarre TfB 5/201
    4. (3) Maria Thecla, * 7.5.1664 Salzburg-Dompfarre TfB 5/324, † 30.12.1664 Salzburg-Dompfarre StB 1/465
    5. (3) Joseph Wolfgang, * 15.11.1665 Salzburg-Dompfarre TfB 5/392
    6. (3) Johann Amand, * 28.2.1669 Salzburg-Dompfarre TfB 5/594, † 28.2.1669 Salzburg-Dompfarre StB 1/532
    7. (3) Maria Thecla, * 20.4.1670 Salzburg-Dompfarre TfB 5/670

Einzelnachweise

  1. Brandhuber Christoph: Gymnasium mortis. Das Sacellum der Universität Salzburg und seine Sitzgruft, Salzburg/Wien/Berlin 2014 (= uni:bibliothek 4, hg. von Schachl-Raber Ursula), S. 202–206, hier S. 203.
  2. Brandhuber Christoph, Witek Franz: Der erste Salzburger Jedermann, in: Rabl-Stadler Helga (Hg.): Das Große Welttheater. 90 Jahre Salzburger Festspiele, Salzburg 2010, S. 46–49.
  3. Brandhuber Christoph, Witek Franz: Der erste Salzburger Jedermann, in: Grazer Beiträge 27 (2010), S. 91–129.
  4. Brandhuber Christoph: Gymnasium mortis. Das Sacellum der Universität Salzburg und seine Sitzgruft, Salzburg/Wien/Berlin 2014 (= uni:bibliothek 4, hg. von Schachl-Raber Ursula), S. 202–206, hier S. 204.

Literatur

  • Brandhuber Christoph: Gymnasium mortis. Das Sacellum der Universität Salzburg und seine Sitzgruft, Salzburg/Wien/Berlin 2014 (= uni:bibliothek 4, hg. von Schachl-Raber Ursula), S. 202–206.
  • Brandhuber Christoph, Witek Franz: Der erste Salzburger Jedermann, in: Rabl-Stadler Helga (Hg.): Das Große Welttheater. 90 Jahre Salzburger Festspiele, Salzburg 2010, S. 46–49.
  • Brandhuber Christoph, Witek Franz: Der erste Salzburger Jedermann, in: Grazer Beiträge 27 (2010), S. 91–129.